Vorgeschichte und Planungsphase

Im Juli 2013 hatte die Stadt Bamberg zwei Grundstücke an der Tocklergasse und der Färbergasse explizit für Baugemeinschaften ausgeschrieben. Bauträger waren nicht zugelassen, das Grundstück wurde jedoch für einen gewissen Zeitraum reserviert, sodass sich Gruppen zusammenfinden konnten.

Markus Schäfer, Architekt und Stadtplaner, hat ein erstes Treffen im Nebenraum der Brauerei Spezial organisiert, die Werbung erfolgte ausschließlich über Mundpropaganda. Der Zulauf war gleich beim ersten Treffen überwältigend. Nach einem weiteren Treffen hat eine Gruppe von ernsthaft Intereressierten eine Interessensbekundung für das Grundstück bei der Stadt abgegeben. Die Gruppe erhielt im Dezember 2013 den Zuschlag. Seitdem hat sich die Baugemeinschaft unter der Moderation von Markus Schäfer in vielen Workshops und Arbeitsgruppen getroffen, um die Rechtsform zu klären, die Aufteilung der Wohnungen, die Verteilung der Kosten und viele weitere Fragen. Das Architekturbüro Schmitt-Vogels wurden mit einer Detailplanung des Gebäudes beauftragt. Es fanden zudem viele Gespräche statt mit zuständigen Stellen der Stadt Bamberg, mit Denkmalschützern, mit Fachplanern, mit Stadträten und dem Oberbürgermeister. Sie alle haben dazu beigetragen, dass die Gruppe im November 2014 einen Bauantrag einreichen konnte, der im Januar 2015 vom Stadtrat genehmigt wurde. Im September 2015 verkaufte die Stadt Bamberg das Grundstück an die Parteien der Baugemeinschaft. Der Baubeginn war Frühjahr 2016. 

 

das Grundstück an der Färbergasse

Der Bau und die Außenanlagen - Gestaltung des Miteinander

Das Haus besteht aus elf individuell geplanten Eigentumswohnungen und wurde im Herbst 2017 bezogen. Im Haus gibt es 2 Treppenhäuser, eines davon verfügt über einen Aufzug.

Die Gemeinschaft im Haus soll gefördert werden, u. a. durch gemeinschaftlich genutzte Räume, wie einen Gruppenraum mit Küche und WC/Dusche/WaMa, einen Fahrradkeller und eine Werkstatt

Es gibt für die Erdgeschosswohungen kleine Privatgärten, sowie einen Gartenteil, der gemeinschaftlich genutzt wird. Dort gibt es Fahrradabstellplätze, Sitzmöglichkeiten und einen kleinen, gemeinsam betriebenen Gemüsegarten.

Erstmals in Bamberg wird bei dem Wohnprojekt ein sogenanntes Car-Sharing-Modell angewendet. Dies ermöglicht eine Reduzierung der Stellplätze, da auf dem Grundstück gemeinschaftlich genutzte Autos zur Verfügung gestellt werden. Die Gemeinschaft wird weitgehend auf eigene Autos verzichten. Dadurch wird die sensible Struktur des Gärtnerviertels möglichst wenig durch zusätzlichen Verkehr belastet. Die drei Carsharingplätze werden in Kooperation mit Ökobil betrieben. Damit stehen die dort stationierten Fahrzeuge (zwei Autos und ein Lasten-E-Bike) nicht nur den Bewohnern, sondern auch allen anderen Ökobil-Mitgliedern zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung.

Die Rechtsform

Das Wohnprojekt hat die Rechtsform einer Eigentümergemeinschaft.